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Frühjahrsdienstversammlung 2011, Kleinwallstadt

Pressebericht

KLEINWALLSTADT. »Seit dem 11. März hat sich auf der Welt viel verändert«: Dies betonte Landrat Roland Schwing am Sonntag bei der Kommandantendienstversammlung mit Versammlung des Kreisfeuerwehrverbandes in Kleinwallstadt. Das schreckliche Erdbeben, der zerstörerische Tsunami und die Atomkatastrophe hätten in Japan eine verheerende Bilanz hinterlassen. Besonders eingeprägt hätten sich dabei auch die Bilder der Hilfskräfte, betonte der Landrat. Unter Einsatz ihres Lebens gingen Feuerwehrleute an die »Unglücksfront« und trügen dazu bei, die schlimmsten Auswirkungen zu verhindern. Es sei für die Helfer ein wahres Himmelfahrtskommando – ihr Einsatz verdiene größte Anerkennung und Bewunderung: »Wir können froh darüber sein, dass wir solche Ereignisse bei uns bisher noch nicht zu bekämpfen hatten.«

Zupacken statt zuschauen

Die Bilder aus Japan brachte Schwing mit dem Motto der Feuerwehraktionswoche des Bayerischen Landesfeuerwehrverbandes im vergangenen Jahr in Verbindung. Es lautete »zupacken statt zuschauen«. Eindrucksvoller sei dieser Spruch durch die geschehenen Ereignisse nicht abzubilden. Im Landkreis Miltenberg werde dieser Leitspruch gelebt. Die vergangenen zwölf Monate hätten gezeigt, dass auch hier die Menschen vor vielen Unglücksfällen, Bränden und sonstigen Ereignissen nicht verschont blieben. Dabei habe es auch sehr schlimme Unglücksfälle, welche Menschenleben kosteten und hohe Schäden verursachten, gegeben. Aber immer seien die Hilfsorganisationen, speziell auch die Feuerwehren, vor Ort gewesen und hätten sich bewundernswert diesen Herausforderungen gestellt. Schwing erinnerte an die ersten Wochen des neuen Jahres, als zwei Hochwasserwellen am Main und an verschiedenen Zuflüssen zu erheblichen Überschwemmungen geführt hatten. »Über mehrere Tage hinweg haben sich dabei die Hilfsorganisationen in hervorragender Weise gegen diese Bedrohung gestellt«, lobte er. Das Zusammenwirken der verschiedenen Fachdienste und Behörden habe gezeigt, dass »der Landkreis über ein gut funktionierendes Sicherheitsnetz verfügt. Zugleich habe der mit erheblichen staatlichen Investitionen in Miltenberg und Wörth errichtete Hochwasserschutz seine Bewährungsprobe bestanden. Es ist gut und wichtig, so Schwing, dass weitere Millionenbeträge zugesagt wurden, die in den weiteren Ausbau der Hochwassergefahrenabwehr investiert werden. Wie Schwing weiter mitteilte, habe der Kreisausschuss im vorigen Herbst beschlossen, einen neuen  Rüstwagen zu beschaffen. Der derzeitige Rüstwagen aus Wörth soll das 36 Jahre alte Gefährt in Collenberg ersetzen und in Wörth das neue Einsatzfahrzeug stationiert werden. Das neue Fahrzeug werde rund 350 000 Euro kosten, wovon rund 105 000 Euro als Zuschuss vom Freistaat kommen.

»Zwischenlösung« beim Funknetz

Zur Funkversorgung im Landkreis Miltenberg merkte Schwing an, dass im nächsten Jahr die Integrierte Leitstelle in Aschaffenburg in Betrieb gehen wird. Allerdings sei das derzeit vorhandene Analogfunknetz nicht dafür geeignet, die Anbindung des Landkreises Miltenberg an Aschaffenburg sicher zu stellen. Die bayernweite Einführung des Digitalfunks verzögere sich allerdings noch um einige Jahre. In intensiven Verhandlungen mit dem bayerischen Innenstaatssekretär Gerhard Eck und dem Landtagsabgeordneten Berthold Rüth sowie mit Unterstützung der Kreisbrandinspektion und der Integrierten Leitstelle sei es gelungen, dass ein Gleichwellenfunknetz als »Zwischenlösung« für den Landkreis Miltenberg aufgebaut wird. Der Kreistag hat laut Schwing einstimmig beschlossen, ein neues Gleichwellenfunknetz mit fünf Standorten zu errichten. Dadurch würden 98 Prozent der Landkreisfläche abgedeckt, die Alarmierungssicherheit erhöhe sich deutlich. Die Kosten betragen rund 307 000 Euro.  Dem neuen Kreisbrandrat Meinrad Lebold (Großheubach) bescheinigte Landrat Schwing, er habe sich »hervorragend in sein neues Amt eingefügt « und erledige die ihm obliegenden Aufgaben »äußerst eindrucksvoll und gewissenhaft«.

Notstromversorgung verbessert

Lebold ließ in seinem Rechenschaftsbericht die größeren Einsätze des vergangenen Jahres Revue passieren. Vier Menschen wurden bei Bränden, einer über Feuerwehrleitern und vier durch Helfer vor Ort gerettet. Bei den technischen Hilfeleistungen konnten fünf Menschen nur noch tot geborgen werden, 41 wurden lebend gerettet. Der Schwerpunkt der nicht publikumswirksamen Arbeit habe in der Weiterführung der Planung zur Integrierten Leitstelle sowie der Einführung des Gleichwellenfunks im Landkreis Miltenberg gelegen. Im Bereich des Katastrophenschutzes wertete Lebold den Kauf des Mehrzweckbootes für die Feuerwehr Obernburg als »herausragende Sache«. Die Förderung sei hier durch den Katastrophenschutzfonds erfolgt. Mehrere Feuerwehren haben laut Lebold die Notstromversorgung in ihren Gemeinden vorangetrieben. Vom Markt Kirchzell wurden beispielsweise für einige Ortsteile Zapfwellengeneratoren beschafft. Diese sind bei der örtlichen Feuerwehr stationiert, um Anlagen mit Strom versorgen zu können. In Großwallstadt werde gerade ein größerer Stromerzeuger angeschafft. Gemeinsam mit Landrat Schwing ehrte Kreisbrandrat Lebold anschließend Ernst Spinnler mit dem staatlichen Ehrenzeichen in Gold für 40 Jahre Feuerwehrdienst sowie Kreisbrandinspektor Johannes Becker für 25-jährige Tätigkeit in verantwortungsvoller  Position in der Kreisbrandinspektion.   

Ralf Hettler

 

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von links : Landrat Roland Schwing, KBM Spinnler (40 Jahre aktiver Dienst), KBI Johannes Becker (25 Jahre Inspektionsarbeit), KBR Meinrad Lebold

 

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