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Verabschiedung von KBI Erich Reis

Im Beisein von Landrat Roland Schwing, Feuerwehrleuten sowie Bürgermeistern aus dem Bereich der Kreisbrandinspektion Nord ist Kreisbrandinspektor Erich Reis am Samstagabend beim Oktoberfest der Wehr in der Obernburger Stadthalle nach 27 Dienstjahren aus seinem Amt verabschiedet worden. Der Grund hierfür: Mit 63 Jahren hat Reis die vorgeschriebene Altersgrenze erreicht.
Landrat Roland Schwing, oberster Dienstherr der Feuerwehren im Landkreis Miltenberg, hatte sich eine öffentliche Verabschiedung Reis’ im würdigen Rahmen gewünscht – auch wenn Erich Reis sich in seiner bescheidenen Art nicht in den Mittelpunkt stellen wollte. Schwing würdigte vor fast 200 Gästen das jahrzehntelange Engagement von Reis, der vor 47 Jahren der Feuerwehr beigetreten war und dort schnell in verschiedenen Posten Verantwortung übernommen hatte.
In Reis’ Anfangsjahren sei das Feuerwehrwesen nicht mit dem von heute vergleichbar gewesen, blickte Schwing zurück und wies darauf hin, dass damals fast ausschließlich die Brandbekämpfung Aufgabe der Wehr war. Mit der wirtschaftlichen Entwicklung, dem Anstieg der Bevölkerungszahlen und dem Bau von Straßen habe sich das Aufgabenspektrum der Wehr zunehmend in Richtung der technischen Hilfeleistung verschoben. Die Feuerwehr Obernburg habe dabei schon immer eine herausragende Rolle gespielt. Diese Entwicklung habe Reis in vorderster Front mitgemacht, so Schwing – egal ob als stellvertretender Kommandant, als Kommandant, Kreisbrandmeister oder Kreisbrandinspektor.
„Sie waren stets ein Motor der Feuerwehr“, lobte Schwing und bescheinigte Reis hohe Einsatzbereitschaft, herausragende Kompetenz, gute Menschenkenntnis und einen hintergründigen Humor. Reis habe am 1. Juni 1984 die Aufgabe des Kreisbrandmeisters übertragen bekommen, am 1. April 1999 die des Kreisbrandinspektors. Erich Reis habe sich stets allen Herausforderungen gestellt, diese mit Bravour erledigt und nicht umsonst zahlreiche Auszeichnungen bekommen. Schwing überreichte ihm ein Weingeschenk und hob auch die Unterstützung Reis’ seitens seiner Familie hervor.
Kreisbrandrat Meinrad Lebold freute sich über die große Zahl der Gäste, die der Verabschiedung beiwohnten, darunter auch Vertreter von Polizei und Technischem Hilfswerk sowie viele Feuerwehrleute, die Reis in seinem Feuerwehrleben begleitet haben. Reis habe sich unter anderem als Schiedsrichter engagiert und war einer der ersten örtlichen Einsatzleiter in Bayern nach Umsetzung der Führungsreform, blickte Lebold zurück. Das habe sich gleich beim Hochwasser des Jahres 1995 als positiv erwiesen, so der Kreisbrandrat. Dass Reis auch unter seiner Ägide als Kreisbrandrat Inspektor geblieben sei, habe ihn sehr gefreut, sagte Lebold und wies darauf hin, dass Reis neben dem Steckkreuz auch die Ehrenzeichen für 25- und 40-jährige Zugehörigkeit zur Wehr erhalten habe. Mit einer Urkunde zum 63. Geburtstag, die Lebold zusammen mit Kreisbrandinspektor Johannes Becker an Erich Reis überreichte, dankte der Kreisbrandrat Erich Reis im Namen der Inspektion für jahrzehntelangen treuen und aufopferungsvollen Dienst für die Feuerwehr und damit für die Bürger des Landkreises.
Für die Stadt Obernburg würdigte stellvertretender Bürgermeister Simon Giegerich die Verdienste des ausscheidenden Kreisbrandinspektors. Er hoffe darauf, dass Reis der Feuerwehr noch lange Jahre treu bleiben und ihr seinen Erfahrungsschatz weitergeben möge, sagte Giegerich. Obernburgs Feuerwehrkommandant Martin Spilger schlug in die gleiche Kerbe: Zwar habe Reis im Jahr 2006 seine Ämter als Vorsitzender des Feuerwehrvereins und als Kommandant aufgegeben und in jüngere Hände gelegt, aber für Reis sei das Thema Feuerwehr hoffentlich noch lange nicht vorbei. Das Oktoberfest der Wehr, das in jedem Jahr ein kleines Dankeschön an die Wehrleute sei, sei ein guter Rahmen für die Verabschiedung von Erich Reis.
Der Geehrte, der an diesem Abend mit Geschenken geradezu überschüttet wurde, zeigte sich überwältigt von der tollen Verabschiedung. Eigentlich, so Reis, „fühle ich mich zu jung für eine solche Ehrung“. Er beschrieb seinen Weg in der Feuerwehr, in der er in verschiedenen Ämtern tätig war. Dabei habe er stets auf die Jugend gebaut und Wert auf eine gute Ausbildung gelegt, sagte er. Bei seiner Arbeit in Führungspositionen habe er viel einstecken müssen, aber die Wogen hätten sich stets schnell geglättet. „Es ist nicht einfach, alle Feuerwehren unter einen Hut zu bekommen“, hatte Reis dabei erfahren. Er habe dennoch versucht, stets mit Argumenten zu überzeugen und laute Worte zu vermeiden. Den bequemen Weg sei er aber nie gegangen, blickte er zurück. Sein Herzenswunsch sei es immer gewesen, mehr Frauen in den Feuerwehrdienst zu integrieren. Trotz aller Bemühungen sei hier noch einiges zu tun, mahnte er. Reis bedankte sich bei seiner Frau und seinen Kindern, ohne deren Unterstützung er diese Leistungen nicht hätte erbringen können.
Die Veranstaltung in der Obernburger Stadthalle wurde musikalisch von der Bläsergruppe „Acht Franken“ umrahmt.
Bericht und Bild: LRA Miltenberg

 

Nach 27-jähriger Tätigkeit als Kreisbrandinspektor ist Erich Reis aus seinem Amt verabschiedet worden, da er die Altersgrenze von 63 Jahren erreicht hat. Den Dank für die jahrzehntelange Arbeit für die Bürger des Landkreises überbrachten unter anderem Kreisbrandrat Meinrad Lebold (links) und Landrat Roland Schwing (rechts).

 

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